Aktuelles

 Berufsbegleitende Weiterbildung

KuBA- Kunstbegleiter/ Kunstbegleiterin für Menschen im Alter und mit Demenz

Der demenzielle Prozess führt Menschen in Bereiche ihres Wesens, in denen sich Kunst ereignet und Künstler zu Hause sind. Verweilen Künstler und Menschen mit Demenz gemeinsam an einem Ort, ist das die beste Voraussetzung für intensive Begegnungen – Interaktiven Begegnungen im künstlerischen Raum.

KuBA, ist eine berufsbegleitende Weiterbildung für Künstler, künstlerische Therapeuten, Kunstvermittler, Kunstpädagogen aller künstlerischen Disziplinen der bildenden und zeitorientierten Künste. KuBA bietet eine reflektierte Weiterentwicklung der eigenen künstlerischen oder künstlerisch-therapeutischen Arbeitsweise für eine qualitativ hochwertige, auf künstlerischem Handeln basierende Person-zentrierte Begleitung von Menschen im Alter und im Besonderen von Menschen mit Demenz. Im Zentrum der Weiterbildung steht der freie künstlerische Raum und wie dieser Personen mit Demenz und im Alterungsprozess fortgeschrittenen Personen eröffnet werden kann. Da sowohl das Alter als auch die Demenz einen prozessualen Charakter haben und im hohen Maße individuell sind, vermittelt die Weiterbildung keine vorgefertigten Konzepte, sondern Kriterien und Anhaltspunkte, die eine Analyse individueller Barrieren für ein freies künstlerisches Handeln ermöglichen, sowie Handwerkzeug, diese Barrieren abzubauen.

In sechs Wochenendmodulen und 80 Stunden selbstorganisierter Praxiserfahrung qualifizieren sich die Teilnehmer, mit Ihrer eigenen künstlerischen Arbeitsweise, andere Menschen darin zu unterstützen, eigene Ausdruckspotentiale zu entdecken und weiterzuentwickeln und Personen mit Demenz individuelle, auf ihren Fragen, Gedanken, Empfindungen und Impulsen basierende Ausdrucks- und Artikulationsmöglichkeiten zu ermöglichen. Damit stellt sich auch die Frage: Was heißt es als Künstlerin / Künstler Menschen mit Demenz zu begleiten und was bedeutet es Künstlerin / Künstler in dieser Begleitung zu sein?

Die inhaltliche Auseinandersetzung umfasst eine differenzierte Betrachtung des demenziellen Prozesses, sowie der sich im Verlauf verändernden Bedeutung des freien künstlerischen Raumes und des Ermöglichens einer am Individuum orientierten künstlerischen Interaktion. Die Modularbeit ist geprägt von der gemeinsamen Auseinandersetzung in der Seminargruppe, einer künstlerischen Auseinandersetzung mit einzelnen Fragestellungen und an der Praxis orientierter Vermittlung von Fachwissen.

Die Weiterbildung – KuBA gliedert sich in 6 Wochenendmodule und startet jeweils im September und endet im Juni des darauffolgenden Jahres.

Durch die Erweiterung der Weiterbildung um ein 7. Modulwochenende qualifiziert die gesamte Weiterbildung zur „Künstlerischen Betreuungskraft“ gemäß §43 SGB XI (vor 2017 § 87 SGB XI)“

Der Bedarf künstlerischer Begleitung von Menschen mit Demenz und ihrer Angehörigen, ist im stationären um im ambulanten Bereich, ein stark wachsender.

Anmeldeschluss: 20. August 2017

Ausbildungszeitraum: 22. September 2017 bis 17. Juni 2018

Ausbildungsort: Modul 1-6 in Hamburg. Das optionale Modul 7: in Bremervörde

Veranstalter: Kunst:dialog, International Institute for Subjective Experience and Research und LEB-Niedersachsen

Weitere Informationen:  https://kunstdialog.com/weiterbildung/

Mail:  m.ganss.kunstdialog@gmail.com oder gundudis@gmx.de

Anmeldung an: I.S.E.R. an der MSH Hamburg, Michael Ganß, Am Kaiserkai 1, 20457 Hamburg, www.i-ser.de
Tel. 040 – 361 226 418 oder 01522-9527181, info@i-ser.de  oder michael.ganss@medicalschool-hamburg.de

 

9. Symposium „Künstlerische Therapien in der Altenarbeit“

Vom 4. bis 6. November 2016 in Bad Klosterlausnitz
Thema: Die Intermedialität des Therapeut

Das diesjährige Thema, die Intermedialität des Therapeuten, ist der Gegenhorizont zu dem die vergangenen Jahre sich durchziehenden Grundgedanken des interkünstlerischen Angebots für den Patienten. Das Symposion künstlerischer Therapien vergleicht die unterschiedlichen Medien in ihren Wirkungen für die Arbeit mit den Patienten. Die Medien werden in ihrer Spezifität angeschaut ebenso wie in ihrer möglichen Austauschbarkeit oder Kombinierbarkeit.
Fortgeschritten demenzbetroffene Menschen leben bedürfnisorientiert und erhalten sich bei nachlassendem kognitivem Vermögen häufig ein feines Gespür für Stimmigkeiten sinnlich-emotionaler Art. Dabei nehmen sie keine Rücksicht auf mediale und berufsfeldbezogene Grenzen, Zuständigkeiten und Spezialisierungen. Aus der zeitgenössischen Kunst sind das Ineinanderfließen von Materialien und Methoden etwa in der Improvisations- und Performancekunst bekannt. Die grenzüberschreitenden und handlungsorientierten Qualitäten dieser Kunstformen weisen Parallelen zu dementieller Lebenswirklichkeit auf. Die Künstler selbst werden multimedial.
Dieses Jahr soll es um den Therapeuten selbst gehen. Auch künstlerische Therapeuten haben oftmals selbst Zugang zu mehreren Künsten, sind gleichzeitig Musiker, Maler, Poeten, Tänzer, Schauspieler,… Andere Therapeuten fühlen sich nur in einer Kunst zu Hause.
Was ist das für ein Gefühl, unbeschwert von Sparte zu Sparte wechseln zu können; was ist es für ein Gefühl, in einer Sparte ganz fremd zu sein. Und wenn der Therapeut sich in vielen Künsten zu Hause fühlt: Was führte dann dazu, in gerade  e i n e r  Sparte therapeutisch tätig zu werden, in der anderen Amateur zu bleiben und die dritte vielleicht als professioneller Künstler zu betreiben.
Eine weitere interessante Frage, die wir uns vor vier Jahren in Hamburg schon stellten, ist: nutzt ein künstlerischer Therapeut in seinen eigenen Krisen auch selbst die Künste, und wenn ja: welche?
Das Hauptthema wird auch immer von Nebenthemen begleitet. Fehlerkultur, Interdisziplinarität, Vermittlung, Annäherung von „Schulen“ und Konzepten,…Diese Themen können auch weiterhin Bestandteil sein. Zudem: Forschung im Umfeld der künstlerischen Therapien.
Mit dem Ort, Bad Klosterlausnitz, befinden wir uns – nach Weimar – wieder in Thüringen. Die „Akademie für angewandte Musiktherapie“ als Gastgeber hat Wesentliches zur Entwicklung der Musiktherapie beigetragen.

Weitere Informationen: https://kunstdialog.com/symposium

 

Forschungsprojekt:
„Entwicklung eines Modells zur gesellschaftlichen Teilhabe von Menschen mit Demenz im Museumsraum“ startet in seine letzte Phase

 Seit zwei Jahren untersuchen wir die Kunstvermittlung an Museumsbesucher mit Demenz. Nun starten wir in die letzte Phase der Studie, um unsere Erkenntnisse zu überprüfen. Dazu werden wir 11 Kunstmusen in Deutschland darin unterstützen, auf ihr Museum abgestimmte Konzepte für die künstlerisch kulturelle Teilhabe von Menschen mit Demenz zu entwickeln und umzusetzen.
In den beteiligten Museen führen wir umfangreiche Workshops durch, in denen wir  den Kunstvermittlern die gewonnenen Erkenntnisse vermitteln um gemeinsam an der Bedeutung und Übertragung in das eigene Museum zu arbeiten. Ferner begleiten und supervidieren wir die Musen im Umsetzen ihres Vermittlungskonzeptes für  Besucher mit Demenz.

Im Vordergrund steht dabei das Schaffen eines Raumes, für eine barrierefreie Auseinandersetzung mit Kunst im Museum. So dass die Besucher mit Demenz ihre Potentiale entfalten können, mit dem Ziel, dass die durch die Demenz hervorgerufenen Veränderungen in der Auseinandersetzung mit der Kunst, wie auch im Dialog der Besuchergruppe und mit der Kunstvermittlerin / dem Kunstvermittler keine Beeinträchtigung darstellt – also barrierefrei im besten Sinne ist.

Wir freuen uns auf die weitere lebendige, an den Potentialen von Menschen mit Demenz orientierte, kritische Auseinandersetzung  mit den Praktikern in den Musen. Und dem daraus erwachsenen Kenntnissen.

 

Weitere Informationen: kunstdialog.com/studien/

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