Intergeneratives Kunstprojekt

Dank demografischen Wandels, konnten in der Geschichte
noch nie so viele Kinder ihre Urgroßeltern erleben.
Gleichzeitig hat der gesellschaftliche Wandel dazu geführt, dass
die Generationen heute nur noch selten zusammenleben.
Allerdings geht der Kontakt zum alten Menschen stark zurück,
wenn diese Pflegebedürftig und noch mehr, wenn sie in
betreute Wohnformen umziehen. Dadurch verlieren
die Kinder den Bezug zum Alter.

Im Lehrplan der Schule wird Hochaltrigkeit und Demenz
eher nicht thematisiert. Somit scheint es geboten,
im Rahmen von Projektwochen dieses auszugleichen
um über einen gemeinsamen Handlungsraum Kindern
ein anderes Erleben von Hochaltrigkeit zu ermöglichen.
Das freie künstlerische Tun ist hierfür besonders geeignet,
da hier gemeinsam gehandelt werden kann, ohne dass bestimmte
Kompetenzen vorhanden sein müssen. Somit sind die Beteiligten
gleichberechtigt in den Begegnungen. In diesen Projekten
geht es nicht darum, dass die Kinder etwas für die hochaltrigen
Menschen machen, sondern dass beide Gruppen voneinander
profitieren und lernen. Um dies zu erreichen ist es wichtig,
dass sich die Form der Auseinandersetzung mit den Materialien
und das Gestaltende aus den individuellen Fähigkeiten entwickelt.
Um dieses zu unterstützen sind auch die eingesetzten Materialien
so gewählt, dass sie möglichst nicht vorgeben, was mit ihnen
gemacht werden kann. Wie auch im Vorfeld nicht bestimmt wird, was in der Projektwoche entstehen kann oder soll. Vielmehr stehen der gemeinsame Handlungsort und die Begegnungen zwischen Kindern und
alten Menschen im Mittelpunkt. Über diese Erfahrungen schauen
sowohl die Kinder anders auf das hohe Alter, wie auch die Alten
verändert auf die Kinder. Die Beteiligten erleben sich gegenseitig
als kompetent, das defizitäre Bild hat keinen Raum mehr.

 

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